Mittwoch, 29. Januar 2014

Impressions of the Big Day. Part II


Da stand er nun mit dem wohl entwaffnensten Lächeln, dass ich jemals bei ihm gesehen hatte. Mr. Right. MEIN Mr. Right. Er nahm meine Hand und gerade als ich mich noch einmal zu meinem Vater umdrehen wollte, war dieser schon verschwunden. Die Musik lief, wir setzten uns und es ging los. Die Standesbeamtin hatte sich an den Plan gehalten und hatte die Zeremonie nicht allzu kitschig und schnulzig durchgeführt. Romantik schön und gut, aber bitte nicht zu übertrieben. So eine Hochzeit ist in der Regel eh schon emotionsgeladen und wenn dann noch mit Absicht auf die Tränendrüse gedrückt wird, ist das nicht so unser Fall. Das einzige Mal, wo ich tatsächlich um meine Fassung ringen musste, war in dem Moment, als das große Ja folgte. Ich musste ganz schön schlucken, dass mir nicht doch die Tränen liefen. Taten sie aber nicht. Als es ans Ringe tauschen ging und die Standesbeamtin aufgrund der Größe meines Ringes lachen musste, war ich mir sicher, dass niemand mehr weinen müsste. Na ja… Sagen wir mal so. WIR haben nicht geweint. Und die die es taten, taten es leider nicht alle aus Rührung… 

Zu Bryan Adams weint man auch eher nicht, sondern schaut sich verliebt in die Augen und nickt wohlwollend, wenn er singt: "Everything I do, I do it for you!". Woher weiß er das nur? Und auch  Marvin Gaye und Tammi Terrell haben Recht, dass kein Berg zu hoch und kein Fluss zu breit ist, um mich, mein Schatz, von dir fern zu halten. Ich liebe Dich sehr und bin unendlich froh, dass du nun auch offiziell mein Mann bist. :-)

Unsere Familien gratulierten uns und als ich so einige Gäste mit Tränen in den Augen sah, bemerkte ich, dass sich eine gewisse Genugtuung in mir ausbreitete. Das Theater der vergangenen Wochen war bloßes Theater. Wichtigtuerei von Menschen, die zwar wichtig sind aber an diesem Tag nicht die Hauptpersonen waren. :-)

Als dann die Türen des Trauzimmers erneut aufgingen, war ich sehr gerührt. Einige Kameraden meines Mannes standen Spalier und salutierten. Ich bin ja nicht für Kitsch, aber das war echt schön. Auch wenn einige, auch unserer Verwandten, nicht verstehen können, warum Mr. Right diesen Job macht, gehört er nun mal zu uns. WIR haben uns dafür entschieden und ja WIR stehen auch dazu. 

Dienstag, 28. Januar 2014

Impressions of the Big Day. Part I

Pünktlich um 8 Uhr wurde ich an unserem Hochzeitstag abgeholt. Ich fühlte mich ungewöhnlich ausgeschlafen, ruhig und kein bissl nervös. Ich dachte mir, dass schon alles klappen würde und wenn nicht, dann könnte ich es eh nicht mehr ändern. Es war Montagmorgen, 12 Grad Celsius im Dezember und die Sonne sollte den ganzen Tag strahlen. Es konnte also losgehen.

Im Atelier wurde mit alkoholfreiem Sekt angestoßen, es war ja erst kurz nach 8 Uhr, noch einmal ein wenig gefrühstückt und dann wurde ich für den großen Tag aufgehübscht. Es war wirklich erstaunlich wie ich mich mit jedem Pinselstrich in die Braut verwandelte, die ich sein wollte. Meine Stylistin, die gleichzeitig auch unsere Fotografin war, hat meine Wünsche super umgesetzt, obwohl ich mich in der ganzen Auswahl an Braut-make-up und Styling im Allgemeinen nicht entscheiden konnte. Ich wusste, dass ich meine Augen betont haben wollte, da ich sie sehr schön finde, mehr wusste ich aber nicht. Ich sagte, dass ich ihr vertrauen würde und sie solle einfach mal machen. Hat sie dann auch. 

Liebe Nancy, Danke, dass mir an diesem Morgen so viel Ruhe gegeben hast, dass ich mich als die absolut entspannteste Braut überhaupt gefühlt habe. Du hast ein traumhaftes Make-up gezaubert und mich dabei nicht versteckt. Abends um neun sah ich noch genauso aus wie am Vormittag. Vielen Dank!!!

Um 10.30 Uhr waren wir dann fertig und stellten mit Entsetzen fest, dass wir noch 45 Minuten Zeit hatten, bevor wir überhaupt los mussten. Was tun? Langsames Anziehen des Traumkleides, Staunen über die Länge der Schleppe, den tiefen Rückenausschnitt und natürlich Bewundern der blauen Schuhe. Ach ja, die blauen Schuhe. JA, ich habe die blauen Carrie-Schuhe aus SATC. Ich trug an unserem großen Tag 10 cm High Hehls in Royal Blau und fühlte mich einfach wunderbar. :-) Natürlich sind sie verdammt hoch und ja sie sind erstaunlich bequem und verdammt sie sehen echt scharf aus!

Um 11.15 Uhr, nach einer 6 minütigen Taxifahrt kamen wir am Standesamt an. Wir waren zu früh! Die Gäste waren zwar schon alle im Saal, aber trotzdem warteten wir noch. Der beste Freund von Mr. Right holte meinen Vater und das erste Mal an diesem Tag bekomm ich weiche Knie. Mein Vater im dunkelblauen Anzug. Was für ein Anblick… Meine Blumen kamen und er geleitete mich die 4 Treppen nach oben. Es wurden Fotos gemacht und ich hörte wie hinter den großen schweren Holztüren mein Lied lief. Irgendwie schafften es die beiden Standesbeamtinnen auch sich darauf zu einigen, wann ich denn nun den Raum betreten sollte. Ist aber schwierig so einen Zettel zu lesen auf dem alles detailliert drauf steht ;-) Na was soll´s. Ich musste lachen und das hatte auch was. Dann ging die Tür auf. "Amazing Grace" lief, ich sah die Gäste und mein Vater führte mich, wie meine Mutti immer so schön sagt, zum "Altar".  Niedlich. Ich sage das auch immer, obwohl es gar keinen Altar gab… Und da stand er. Mein Mr. Right. Er stand da und lächelte mich an. Obwohl ich sein Lächeln schon so oft gesehen habe, war es diesmal ganz anders und etwas ganz Besonderes. 

Montag, 20. Januar 2014

Indien Summer im Winter

Vor gut einem Monat haben Mr. Right und ich nach 8 Jahren Beziehung geheiratet. Wir gingen davon aus, dass im Dezember, eine Woche vor Weihnachten, Schnee liegen würde. Wir hatten die Vorstellung mit unseren Gästen im Schneegestöber mit Glühwein anzustoßen und dann frierend in unsere traumhafte Location zu gehen, um von Innen das winterliche Treiben zu beobachten. Die Kinder bauen einen Schneemann und wärmen sich an heißer Schokolade die Hände. 
An unserem großen Tag sah es allerdings weniger nach Winterwonderland aus, sondern eher nach Indian Summer. Strahlender Sonnenschein, 12 Grad Celsius, es gab Sekt statt Glühwein, die Kinder spielten mit Seifenblasen und meine Angst, dass irgendjemand auf Eis und Schnee ausrutschen würde, war zum Glück unbegründet. 

Natürlich ärgert es mich, dass immer mal wieder genörgelt wurde. Die Spaziergang war zu lang, die Musik würde nicht passen, das Essen war nicht salzig genug, der Service unaufmerksam und natürlich kam die Fotografin zu spät. Um das nun ein für alle mal klarzustellen: Der Spaziergang war nicht zu lang. 753 Meter sind zu schaffen, auch auf High Heels. Wer schön sein will, muss manchmal leiden und wer nicht zuhören will, hat selbst Schuld. Die Musik hat gepasst, denn WIR haben sie ausgesucht. Das Essen war der absolute Wahnsinn. Es entsprach genau UNSEREM Geschmack. WIR haben das Menü geplant und der Koch und sein Team haben einfach gezaubert. So viele Kompromisse, wie wir vor allem beim Essen eingegangen sind, sind normalerweise nicht üblich, aber des lieben Friedens willen... Der Service kann keine Gedanken lesen, reden hilft. Und nein die Fotografin kam nicht zu spät. Sie war die ganze Zeit bei mir. Sie hat mir Haare und Make-up gemacht, mir ins Traumkleid geholfen und dafür gesorgt, dass ich mich tatsächlich wie die schönste Braut gefühlt habe. Ich denke einige Gäste haben vergessen, dass es nicht ihr, sondern UNSER Tag war. WIR waren die Hauptpersonen. Wir haben versucht es allen Recht zu machen ohne uns dabei zu verlieren und ich denke, dass ist uns ganz gut gelungen. 

Der ganze Tag hat uns als Paar widergespiegelt und die Menschen, die uns wirklich gut kennen, haben das auch bemerkt. Die zarten Gesten und warmen Worte derer haben uns bestärkt. So wie wir unseren Tag gefeiert haben, so war es für uns richtig, denn es ging die ganze Zeit nur um UNS.

Let's start!!!

Ich bin die glückliche Frau an der Seite von Mr. Right. In den vergangenen Jahren haben wir einander geschliffen und ja den Partner in manchen Punkten sogar geändert. Ja, Frau kann ihren Mann ändern. Natürlich nicht grundlegend, wozu auch, sonst wäre er ja nicht mehr diese eine besondere Person. Aber einige schlummernde und sehr schätzenswerte Eigenschaften kann Frau schon hervor kitzeln. Doch im Umkehrschluss habe ich bemerkt, dass auch er mich verändert hat. Durch ihn bin ich wesentlich ruhiger und gelassener geworden. Ich nehme nicht mehr alles im Leben super ernst und bin im Großen und Ganzen entspannter. Ausgenommen die üblichen Problemchen, die Frau zur Weißglut treiben, egal, ob Frau das will oder nicht. Ich denke, allerdings, dass es sich dabei um eine genetische Sache handelt und wir Frauen einfach nichts dafür können. ;-)

An der Seite meines Mr. Right fröne ich diversen Leidenschaften mit denen ich mich in diesem Blog beschäftigen werde. Ich backe und koche unglaublich gern und bin sehr froh, dass Mr. Right immer, ja wirklich immer, genüsslich meine Leckereien verputzt, auch wenn sie wirklich übel sind. :-) Ich find es ja toll, dass er so parteiisch ist und meint, dass es immer schmeckt, aber manchmal … naja, danke Schatz!!! Die "Schleifungssache" meines Mannes hatte auch zur Folge, dass aus mir mittlerweile ein kleiner bis mittelgroßer Filmjunkie geworden ist. So ein 9 Stunden Herr-der-Ringe-Marathon ist wirklich machbar und auch wiederholenswert. Meinen grünen Daumen und das Händchen fürs Gärtnern habe ich zwar von meiner Mutti geerbt, doch er trägt jedes Frühjahr gefühlte Tonnen an Erde auf unseren Balkon, damit ich auch in der Innenstadt gärtnern kann. Ich sammle mit Leidenschaft Zeitschriften. Er mittlerweile auch. Allerdings handeln seine von Fitness und meine meistens von Kochen, Backen und Deko. 

Ich bin wirklich gespannt, ob alles so klappt, wie ich es mir vorstelle und ob ich meine Ideen umsetzen kann. Eine Freundin meinte neulich zu mir, dass ich einfach anfangen soll. Allerdings wusste sie zu diesem Zeitpunkt nicht, dass ich bereits seit einigen Wochen über das Thema "Blog schreiben ja/nein" nachgedacht hatte. Sie meinte, es wäre ein gutes Training, um nicht aus dem so penibel antrainierten Schreibfluss rauszufallen. Ich bin zwar der Meinung, dass ich einfach nur etwas schreiben will, weil es mir Spaß macht und ich natürlich der Meinung bin, dass die Welt ohne mich viel schlechter dran wäre ;-) Aber … ihr Beweggrund klingt doch sehr plausibel (besser als meiner :-)) Auch die ständig wiederholte Frage aus dem Studium "Wozu brauche ich das denn noch einmal?", ist hiermit beantwortet.

<a href="http://www.bloglovin.com/blog/12419547/?claim=dmtr6mrhvmx">Follow my blog with Bloglovin</a>