In den letzten Monaten war es hier sehr, sehr ruhig. Obwohl in unserem Leben viel passiert ist, fehlte entweder Zeit oder Muße diese Dinge niederzuschreiben. Ich sage zu meinen Freundinnen immer, dass sie sich Zeit für sich nehmen sollen und Dinge machen sollen, die ihnen Spaß und Freude bereiten, die sie glücklich machen, doch habe ich vor allem in den letzten Wochen gemerkt, dass ich mich selbst nicht wirklich bis überhaupt garnicht an diese Worte halte. Warum kann man anderen gute Ratschläge und sich selbst nicht daran halten? Oder besser: Wie kann man Ratschläge geben, wenn man sich doch selbst nicht daran hält? Ist es nicht besser mit gutem Beispiel voran zu gehen? Die Frage erübrigt sich natürlich, da die Antwort kompromisslos und eindeutig JA ist.
Vor gut zwei Wochen war ich dann an einem Punkt angekommen, an dem mir mehr als deutlich wurde, dass ich dieses JA tatsächlich nicht bzw. nur kaum befolgt hatte.
Es war ein Samstagmorgen Mr. Right und ich saßen am Frühstückstisch und ich hörte mir, noch bevor ich etwas gegessen oder getrunken hatte, eine Sprachnachricht meiner Schwägerin an. Und da passierte es. Mir schoßen sofort die Tränen in die Augen und ich bekam heftiges Nasenbluten. Eigentlich hätte ich ja mit solch einer Nachricht rechnen sollen, aber, um ehrlich zu sein, hatte ich damit einfach NICHT gerechnet, weder mit dem Inhalt noch mit der Wortwahl geschweige denn mit dem Tonfall. Ich saß nun also da und weinte bitterlich und das Blut floß nur so aus meiner Nase. Prinzipiell ist Nasenbluten ja nichts Schlimmes, da ich aber schwanger bin, dazu an passender Stelle mehr, sollten wir das nicht auf die ganz leichte Schulter nehmen. Mr. Right sah mich seinen großen blauen Kulleraugen an und sagte, dass wir etwas tun müssten, damit es mir besser geht. Es wäre einfach kein Zustand, dass es mir so schlecht ginge. (Das Weinen hat übrigens nichts mit der Schwangerschaft zu tun. Irgendwann ist das Maß des erträglichen erreicht und dann öffnen sich die sprichwörtlichen Dämme.) Dass Mr. Right dann an diesem Samstag noch schrecklich explodiert ist, da besagte Situation dermaßen eskalierte, erwähne ich nur mal kurz am Rande. Wichtig ist nur, dass mein Mr. Right ein verdammt kluger Mann ist. Warum sich von Dingen, die man zum einen partout nicht ändern kann und zum anderen einen vor allem auch dadurch nicht direkt betreffen fertig machen lassen? Warum die persönlichen, egal ob realen oder eingebildeten, Probleme anderer zu stark an sich heranlassen? Das ist es nicht wert! Wert ist es ein gutes und glückliches Leben zu führen und nicht weniger! Recht hat er!!! Nach einem kurzen Gespräch mit meiner Cousine stand mein Entschluss fest: Ich befasse mich mit Dingen, die mich glücklich machen, die mich, bzw. Mr. Right, Mr. Junior und mich, direkt betreffen und alles andere blende ich nicht nur aus, sondern höre es einfach nicht mehr. Ganz nach dem Prinzip: Der nächste bitte!!! Ich beschäftige mich mit Dingen, die mir Spaß machen und dazu gehört eindeutig dieser Blog. Dieser Blog, meine Familie und unser Freunde.
In diesem Sinne möchte ich mich bei all den geduldigen Ohren bedanken, die m. E. zu oft die gleiche Leier hörten und mir mit Rat und auch sehr oft mit Tat zur Seite standen. Danke, dass Ihr mich immer aufgemuntert und zu Weitermachen ermutigt habt, wenn mir doch eigentlich nur nach Weinen und Zusammenkauern in irgendeiner Ecke zumute war. Danke Mr. Right, dass du nie die Geduld mit mir verloren hast, mir stets zur Seite stehst und für mich ein ums andere Mal in die Bresche springst. Völlig gleichgültig ob das nun normal sein sollte oder nicht. Ich danke dir dafür und für vieles mehr!!!
Vielen Dank für's Vorbeischauen!
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