Traditionell sind wir Ostern bei meinen Eltern, doch dieses Jahr war es anders. Warum eigentlich? Naja, egal. Meine Eltern besuchten uns Ostersamstag und da ich, wie immer keinen Aufriss machen sollte, machte ich auch keinen. Ich zauberte also ein untypisches Osteressen aus einem der vielen und bei uns sehr beliebten Jamie Oliver Bücher und servierte meinen Eltern Thunfisch mit einer, auch wenn ich diesen Ausdruck nicht mag, aber in diesem Fall als einzig passenden ansehe, HAMMER Salsasauce und einem Nudelsalat mit Feldsalat, Oliven und kleinen bunten Tomaten. Da es immer Fisch gibt, wenn meine Ellis zu Besuch sind, suchen wir ständig nach neuen Rezepten und haben in diesem wirklich etwas hervorragendes gefunden. Aber dazu an anderer Stelle mehr.
Nach diesem äußerst gelungenen Essen sind wir ganz traditionell, naja für uns zumindest, spazieren gegangen. Mein Vati und Mr. Right waren der Meinung, dass ich extrem zickig sei, weil ich ständig irgendwelche Richtungswechsel angab und meine Mutti und ich fanden, dass die beiden Herren vor uns ganz schön spitzfindig und aufmüpfig wären. Ich konnte ja nun wirklich nicht wissen, dass mein Mann uns exakt den Weg lang führte, den ich im Kopf hatte. Woher soll ich bitte wissen, dass er meine Gedanken lesen kann, wenn es ganz offensichtlich für ihn nahezu unmöglich erscheint das gesamte Geschirr, ja auch das, was genau vor seiner Nase steht, in den Geschirrspüler zu stellen?
Wir gingen nun also so dahin, kramten irgendwann unsere Sonnenbrillen raus und genossen die warmen Stunden nach gefühlten fünf Tagen Regen.
Meine Mutti und ich können ja nun wirklich über Gott und die Welt reden. Auch wenn wir oftmals täglich korrespondieren, hach welch förmlicher Ausdruck für whatsapp und telefonieren, haben wir uns trotzdem immer noch etwas zu erzählen. Sie erzählte mir nun davon, dass sie irgendwann abends auf irgendeinem Sender einen Bericht über eine junge Frau gesehen hatte, die ebenfalls an Morbus-Chron litt, wie ich. Allerdings um einiges schlimmer. In diesen Momenten frage ich mich immer, was dieses schlimmer ist. Mir geht es ja schon bescheiden, wenn ich einen Schub habe, aber wie geht es dann den Menschen, die jedes Mal ins Krankenhaus müssen und die schwersten Medikamente bekommen? Ich stehe ja noch am Anfang dieser Krankheit und empfinde die schlimmen Tage als Hölle auf Erden. Aber noch schlimmer? Nein danke! Wie dem auch sei. Mit einer speziellen Diät, einmal jährlich einem Kuraufenthalt und täglichem Yoga hat es diese junge Frau geschafft seit 8 Jahren schub- und somit beinahe beschwerdefrei zu sein. Respekt! Lange Rede kurzer Sinn, meine Ma gab mir zu Bedenken, ob Yoga etc. nicht eine Möglichkeit für mich wäre, damit ich mich besser fühlen würde. Ich musste grinsen, denn ich hatte ein paar Tage zuvor, irgendwo, keine Ahnung wo genau, auch einen Artikel über spezielle Diäten und Sportarten in Bezug auf chronische Erkrankungen gelesen. Ich hatte mich bereits vor Ostern dafür entschieden, nach den Feiertagen den 3-Tages-Detox-Plan von "Fit for Fun" auszuprobieren. Gar nicht Essen ist ja nicht so mein Fall, aber reduzierter und bewusster klingt immer gut.
Also habe ich in der Woche darauf losgelegt und es wurde durchaus spannend.
Danke für's Vorbeischauen.
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